Wie gewonnen, so zerronnen

Veröffentlicht am 30. April 2021 um 07:00

Am gestrigen 29. April 2021 fand die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung Malsfeld statt. Für mich die erste Sitzung als Neugewähltes Mitglied und sie begann gleich mit ein wenig Irritation für mich.

Natürlich bin ich mir der Bergbautradition besonders in Ostheim bewusst, als Erzgebirger irritiert es trotzdem in Nordhessen ein „Glück Auf“ zu hören. Der einstimmig wiedergewählte Vorsitzende der Gemeindevertretung Herr Schirmer beendete seine kurze Einführungsrede mit den Worten: „Glück auf! Für die nächsten fünf Jahre.“ Diesen Bergmannsgruß lieber Reimund möchte ich gern beantworten: „Glück auf!“

Es folgte ein historisches Ereignis. Seit Beginn der Gemeindevertretung Malsfeld wurde das erste Mal (meines Wissens nach) ein Antrag der SPD Fraktion abgelehnt. Mit 12:11 Stimmen stimmten die Fraktionen GL, GIB, CDU gegen den Antrag der SPD Fraktion zur Beibehaltung der 5 Plätze im Gemeindevorstand. Anschließend wurde der Antrag der GL, GIB und CDU zur Erweiterung des Gemeindevorstandes von 5 auf 6 Plätze mit Enthaltung der SPD und Gegenstimmen der FDP angenommen. Wie der weitere Verlauf zeigte waren gerade diese Gegenstimmen der FDP sehr paradox.  

Die kommenden Punkte waren unspektakulär und es schien alles im ruhigen Fahrwasser zu Ende zu gehen. Doch dann kam der Tagesordnungspunkt 19 mit der Wahl der Listen zum Gemeindevorstand und des ersten Beigeordneten.

Die FDP Fraktion beantragte eine geheime Wahl. Diese wurde durchgeführt und dann der Schock beim Auszählen. 11 Stimmen SPD/FDP Liste 11 Stimmen GL/GIB/CDU Liste 1 Enthaltung. Es folgten Verwirrung und Ratlosigkeit und die Sitzung wurde unterbrochen um sich in den Fraktionen zu beraten. Nach dieser kuriosen Abstimmung war klar, dass die Chance im Gemeindevorstand den Wählerwillen keine Mehrheit der SPD/FDP Fraktion zu gewähren vertan war. Nach der Erweiterung auf 6 Sitzen bedeutet diese Abstimmung 2 Sitze SPD, 1 Sitz FDP, 1 Sitz GL, 1 Sitz GIB, 1 Sitz CDU. Also 3:3 plus Bürgermeisterstimme.

Nachdem die Sitzung fortgesetzt wurde entschied das Los über die Besetzung des ersten Beigeordneten. Das Los entschied sich für Lothar Kothe von der GL so kann man es als glückliche Fügung betrachten das nicht auch noch dieser Posten an die SPD gegangen ist.

Ich möchte mich nicht an öffentlichen Spekulationen beteiligen und erst recht keine Schuldzuweisungen treffen. Kann jedoch sagen, dass in der CDU Fraktion keiner ausgeschert ist.

Eine denkwürdige konstituierende Sitzung mit historischem Ergebnis und am Ende doch ganz anders wie erwartet mit Fassungslosigkeit zu Ende gegangen.

 


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